Was ist «Gegenwart»?

Die Zeit-Uhr

Die erste Uhr, welche der Zeit eine Perspektive gibt.

Die Zeit nicht nur messen und ablesen, sondern auch sinnlich wahrnehmen. In hektischen Zeiten einmal stillhalten und die Gegenwart fühlen. Vom Standpunkt unseres schicksalhaften «Jetzt» aus, die Zukunft kommen und die Vergangenheit gehen lassen. Der Zeit eine Perspektive geben.

Der ungewöhnliche Ansatz der Fokussierung auf den «Verlauf der Zeit» leitet Beat Haldimann in seinem Schaffen.

Die einzigartigen Meisterwerke des Uhrmachers aus Thun brechen daher öfter auch mit Traditionen. Mehrfach waren es sogar Weltpremieren. Er wurde 2002 als einer der 20 bedeutendsten Uhrmacher der Welt ausgezeichnet und erhielt 2009 für sein Lebenswerk den Prix Gaïa, welcher in der Fachwelt als «Nobelpreis» der Uhrmacherkunst gilt.
Die einmalige Familientradition der Haldimann Uhrmacher reicht zurück bis in das Jahr 1642. Seit jeher konstruieren ihre Meister der Uhrmacherkunst ausschliesslich mechanische Uhren in der Schweiz, welche in alle Welt geliefert werden. Sie arbeiten im Grenzbereich dessen, was die menschliche Hand zu leisten im Stande ist.

Mit seinem "schwarzen Loch am Handgelenk“, wie er seine Kreation H9 mit philosophischem Anspruch nannte, näherte Beat Haldimann sich 2008 durch eine extreme Reduktion und Vergeistigung der herkömmlichen Zeitmessung einer Erfahrbarkeit der gefühlten Zeit.

Etwa zeitgleich mit der Kreation der provokativen “schwarzen” H9 von Beat Haldimann, welche unser Verhältnis zur Uhr und zur Zeit hinterfragte, setzte sich der Mathematiker Hans Ammeter unter seinem Kunst-Label hAr(t) mit vergleichbaren Denkansätzen in der bildenden Kunst auseinander. Wie lassen sich Zeitspannen und ihre Veränderungen darstellen?

Anlässlich einer Führung von Beat Haldimann durch seine Manufaktur im Jahre 2013, an welcher Hans Ammeter umständehalber und unvorbereitet teilnahm, sprang während den Erläuterungen zur dieser revolutionären H9 spontan der intellektuelle Funke: "Wir könnten doch gemeinsam über einen im Haldimann-Wertesystem eingebetteten Zeitdetektor nachdenken, welcher die lineare Zeitdarstellung um philosophische, nicht lineare Charakteristika anreichert und damit die gemessene Zeit mit einer Abstrahierung der Zeitwahrnehmung verbindet!" Durch diesen glücklichen Zufall lernten sich die beiden kennen und wertschätzen. 2013 wurde zum Beginn einer jahrelangen höchst spannenden, kreativen und konstruktiven Zusammenarbeit.

Ein weiteres, bahnbrechendes Werk der Marke Haldimann entstand. Die erste Uhr, welche der Zeitwahrnehmung eine Perspektive gibt:

Die Zeit-Uhr

« Objekt und Geist verschmelzen. »

Kognitive Ästhetik –
Die Schönheit des Gedankens

Stundenzeiger
Die Gegenwart ist.

Der Stundenzeiger zeigt die aktuelle herkömmliche Uhr-Zeit an. Ein Kreis mit einer Markierung des «Jetzt» rotiert im Uhrzeigersinn 1-mal in 12 Stunden und erdet die Zeit-Uhr in der Tradition mechanischer Uhren.

Suspiratenzeiger
Die Zukunft kommt und vergeht. Die Vergangenheit wird und geht.

Der Suspiratenzeiger visualisiert durch die sichtbaren Spiralbogen des rechten Zukunftszeigers die imaginäre Dauer kommender Tage und Nächte der Zukunft und durch die sichtbaren Spiralbogen des linken Vergangenheitszeigers die imaginäre Dauer gehender Tage und Nächte der Vergangenheit. Von der Unendlichkeit der Zukunft bis in die Unendlichkeit der Vergangenheit.

Die zwei halbabgedeckten Spiralen mit den Markierungen an den Bogenenden rotieren gegenläufig.

Resonierendes Doppelpendel
Eine Sekunde der Zukunft ist eben vergangen. Eine Sekunde der Vergangenheit ist eben geworden.

Das resonierende
HALDIMANN-Halbsekunden-Doppelpendel besteht aus dem vorderen Zukunftspendel und dem hinteren Vergangenheitspendel. Es verkörpert das auf die Dualität der Zeitinterpretation ausgerichtete Schwingsystem der Zeit-Uhr.

Jeder Schlag des Zukunftspendels tut kund, dass eine halbe Sekunde der Zukunft eben vergangen ist, während das Vergangenheitspendel ankündigt, dass eine halbe Sekunde der Vergangenheit eben geworden ist. Die beiden Sichtweisen beschreiben dieselbe physikalische Zeitspanne, was durch die konstruktiv erzeugte Resonanz des Doppelpendels verkörpert wird.

Zeitwahrnehmungsskala

Die Zeitwahrnehmungsskala verbildlicht die Intensität der imaginären Zeitwahrnehmung in Abhängigkeit von der Distanz zum «Jetzt».

Die Familie der
Zeit-Uhren

Unsere räumliche Vorstellung von Zukunft und Vergangenheit ist weitgehend kulturabhängig, höchstwahrscheinlich geprägt durch die Schreibrichtung, wie uns die Psychologie lehrt.

Dieser Erkenntnis folgend, charakterisiert die Ausrichtung des Suspiratenzeigers die kulturabhängigen Zeit-Uhr-Modelle. Die weltweit erste Uhr mit einem kulturell differenzierenden Philosophie- und Konstruktionsansatz.

Die Familie der Zeit-Uhren umfasst vier mögliche Modelltypen. Drei davon sind je nach Kultur der jeweiligen Schreibrichtung angepasst. Das vierte Modell ist eine metaphysisch zu interpretierende Variante, ausschliesslich dadurch verankert, dass es theoretisch eine vierte Möglichkeit der Ausrichtung des Suspiratenzeigers gibt.

Über die Wahrnehmung von Raum und Zeit

Die Geschichte der Zeit-Uhr beginnt mit einem nachdenklichen Blick in den Raum, in die Ferne, ja sogar in die Unendlichkeit. Mehr Information?

Epilog

Da hängt sie nun an der Wand, die Zeit-Uhr H51 Occident. Sieben Jahre brauchte sie, um sich zu einem Artefakt zu entwickeln, welches eine einzigartige kognitive Ästhetik ausstrahlt.

Eine räumlich geordnete Trilogie, «in der Mitte die seiende Gegenwart, rechts die kommende Zukunft, links die gehende Vergangenheit», definiert das ziffernlose «Zifferblatt» eines Zeitdetektors im Kulturraum der westlichen Welt, in welcher von links nach rechts geschrieben und gelesen wird. Die herkömmliche Uhrzeit zeigt sich als eine Koordinate in der perspektivischen Wahrnehmung des endlosen Laufes der Zeit, von der unendlichen Zukunft in die unendliche Vergangenheit, durchschritten im Gleichtakt von einem resonierenden Doppelpendel. Tage und Nächte werden im übertragenen Sinne durch die gegenläufig rotierenden Spiralen majestätisch ein- und ausgeatmet und mithin gezählt. Die Zeit-Uhr erzählt uns also vom Wandel, vom Vergehen von Zukunft und vom Werden von Vergangenheit. Genauso wie es auch die Mondphasen versinnbildlichen, das Logo von Haldimann Horology.

Tribut an
Jost Bürgi

Das Metrisieren von Raum und Zeit ist seit Jahrtausenden eine Herausforderung.

In der Renaissance beschleunigte sich die Entwicklung von Techniken und Rechenmethoden zur Raum- und Zeitmessung. Diese dienten insbesondere dem präziseren Studium von astronomischen Phänomenen. Im Vordergrund standen dabei die Uhrmacherkunst und neue Berechnungsmethoden in der Mathematik.

Wir wissen mittlerweile, dass der Fluss der Zeit kein elementarer Bestandteil der physikalischen Realität ist. Das Vergehen der Zeit ist jedoch sehr wohl eine grundlegende menschliche Wahrnehmung. Metrisieren und Wahrnehmen sind zwei fundamental verschiedene Erfahrungen, welche uns die Zeit erleben lassen.

« Die Zeit-Uhr der Marke HALDIMANN verknüpft erstmalig die Messung der Zeit mit einer vereinfachenden, formalen Abbildung der Wahrnehmung der Zeit. Sie vereinigt dabei hohe Uhrmacherkunst mit der Mathematik von Logarithmen. »

Ein Blick in die Geschichte der Zeitmessgeräte zeigt daher sehr schnell, dass die Zeit-Uhr ihre Wurzeln letztlich auf die technisch-mathematische Genialität eines im 16. Jahrhundert geborenen Landsmannes zurückführen kann, auf Jost Bürgi (1552 bis 1632): Uhrmacher, Instrumentenerfinder, Mathematiker (u.a. Erstellung der ersten Logarithmentafeln) und Astronom, geboren in Lichtensteig im Toggenburg (Schweiz). Sogar das resonierende Halbsekunden-Doppelpendel der Zeit-Uhr lässt sich als Adaption der Kreuzschlaghemmung von Jost Bürgi («Doppelte Waag») an das 21. Jahrhundert interpretieren.

Es ist Beat Haldimann und Hans Ammeter deshalb ein tiefes Bedürfnis, bei der Lancierung der Zeit-Uhr Jost Bürgi zu gedenken und ihre grosse Wertschätzung für sein wegweisendes, in vielen Biografien beschriebenes Werk, durch eine symbolische Aufmerksamkeit auszudrücken.

Der Steigungsparameter der logarithmischen Spiralen der Zeit-Uhr erhält die Bezeichnung «Bürgi-Parameter».